Flächenpotential­analyse: Mit den Kommunen der Nordoberpfalz

Wo gibt es freie Flächen für wachsende Unternehmen und neue Betriebe? Welche Flächen werden in der Nordoberpfalz benötigt und welche Anforderungen gibt es zu den freien Grundstücken? Antworten gibt die Flächenpotenzialanalyse, kurz FPA. Sie wurde für das Gebiet der Nordoberpfalz erstellt in Zusammenarbeit mit der CIMA Beratung + Management GmbH in Lübeck und mit einer Förderunterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.

Flächenpotentialanalyse für die Nordoberpfalz - was steckt dahinter?

Die Kommunen der Nordoberpfalz stehen vor der Aufgabe, wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit der begrenzten Ressource Fläche umzugehen.

 

Genau hier setzt die Flächenpotenzialanalyse (FPA) an: Sie schafft eine einheitliche, transparente Grundlage dafür, welche Gewerbeflächen heute bereits vorhanden sindwelche sich grundsätzlich für Betriebe eignen und wie sich der Bedarf an Gewerbeflächen in den kommenden Jahren voraussichtlich entwickelt.

 

Im Mittelpunkt steht dabei nicht „mehr Fläche um jeden Preis“, sondern ein klarer Fokus auf Flächensparen und Flächeneffizienz.

 

Das bedeutet: Bevor neue Flächen am Ortsrand in Anspruch genommen werden, wird systematisch geprüft, welche Möglichkeiten es bereits innerhalb bestehender Strukturen gibt – zum Beispiel über unbebaute, planungsrechtlich gesicherte Flächen, über Flächen aus dem Flächennutzungsplan sowie über Brachflächen, Konversionsflächen oder Bereiche mit Altlasten, die sich – wenn möglich – wieder nutzbar machen lassen.

 

Damit sollen Landschaft, Natur und landwirtschaftliche Nutzflächen geschont und zugleich bestehende Infrastruktur (Straßen, Netze, Versorgung) besser genutzt werden.

 

Damit die FPA realistisch bleibt, betrachtet sie nicht nur Karten und Planwerke. Sie verbindet die Bestandsaufnahme mit einer Bedarfsabschätzung bis etwa 2035/2040, die auf verschiedenen Bausteinen beruht: unter anderem auf bisherigen Entwicklungen am Flächenmarkt, auf einer trendbasierten Prognose sowie auf Rückmeldungen aus Unternehmen und Expertengesprächen.

 

Wo absehbar ist, dass vorhandene Potenziale nicht ausreichen, werden zusätzlich Suchräume für mögliche Ergänzungsflächen untersucht und anhand nachvollziehbarer Kriterien bewertet – immer mit dem Ziel, konfliktarme und gut angebundene Lösungen zu finden.

 

Die Ergebnisse unterstützen Kommunen und die Wirtschaftsförderungen dabei, Flächen zielgerichtet zu aktivieren, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen. 

Projektansprechpartner
Stefan Härtl, Wirtschaftsförderer

shaertl@neustadt.de 

Nathalie Büttner, Wirtschaftsförderin

nbuettner@neustadt.de

Projektlaufzeit
2023-2025

Zuständig
Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab

FLÄCHENPOTENTIALANALYSE NORDOBERPFALZ 2025

Warum Flächenpotenzialanalyse?

Für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region sind freie Gewerbeflächen wichtig: Heimische Betriebe wollen sich vergrößern, neue Unternehmen suchen einen Standort. Doch nicht jedes Grundstück passt und es gibt immer weniger Flächen. Hier unterstützt die Flächenpotenzialanalyse, kurz FPA.

Was steht drin?

Für jede Kommune gibt es damit eine Auflistung verfügbarer Gewerbeflächen. Dabei wird unterschieden, welche Gewerbeflächen sofort nutzbar sind (nach Bebauungsplan), welche für Unternehmen reserviert sind (nach Flächennutzungsplan) und wo es weitere Flächen gibt, die geeignet sind, aber erst noch entwickelt werden müssen.

Damit das passende Grundstück schnell gefunden werden kann, ist jede gelistete Fläche mit wichtigen Angaben versehen wie Größe, genaue Lage und ob Erweiterungsmöglichkeiten oder Einschränkungen bestehen, z.B. durch nahe Wohnhäuser. Auch die Eigentumsverhältnisse sind notiert: bei privaten Flächen wird nur 30 % der vorhandenen Fläche als nutzbar gewertet, da Eigentümer häufig nicht verkaufen möchten.

Vorhandene Flächenpotenziale in der Nordoberpfalz

Gewerbefläche nach Bebauungsplan stellt einen Netto-Wert dar, weil die Fläche so vollständig nutzbar ist. Bei Gewerbeflächen nach Flächennutzungsplan ist nicht die gesamte Fläche aktivierbar: für Erschließung und Ausgleichsflächen wird ein Abschlag von 30 % angenommen.

Flächenbedarf bis 2040

Der künftige Flächenbedarf in der Nordoberpfalz wird errechnet als Mittelwert mehrerer Kennwerte und Untersuchungen (Beschäftigtenentwicklung, vergangene Flächenverkäufe, Unternehmensbefragung).

Dieser Flächenbedarf beschreibt den Nettobedarf, also die von den Betrieben genutzte Fläche und bedeutet nur 70 % der gesamt benötigten Fläche. Verkehrs- und Grünflächen müssen noch dazugerechnet werden.

Die Flächenbilanz

Der errechnete voraussichtliche künftige Flächenbedarf und die vorhandene Gewerbeflächen nach werden einander zuletzt gegenübergestellt: Das Ergebnis zeigt, welcher Flächenbedarf über aktuelle kommunale Flächenpläne hinaus besteht.

Ein Teil dieses Bedarfs wird ggf. noch durch eine Reaktivierung von Restflächen innerorts, leerstehende Betriebsgebäude oder brachliegende Areale gedeckt werden. 

Für eine weitere Bedarfsdeckung sind in der Analyse zusätzlich Brachen und Suchräume aufgelistet. Diese Flächenareale sind nicht in kommunalen Flächenplänen enthalten, aber grundsätzlich für Gewerbeansiedlungen geeignet und werden in der Analyse nach verschiedenen Kriterien bewertet.

Ziele der FPA

Neben der Darstellung des voraussichtlichen künftigen Gewerbeflächenbedarfes sowie der Erfassung und Bewertung freier Flächen besteht das Ziel, einen Beitrag für nachhaltiges Flächenmanagement zu leisten und ein Bewusstsein für den sparsamen Umgang mit Flächen zu schaffen. Die Analyse enthält weiter zahlreiche Vorschläge und Beispiele für eine sinnvolle, konfliktarme und bedarfsgerechte Gewerbeflächenentwicklung.

Kontakte für Rückfragen

Bei Rückfragen zur Flächenpotenzialanalyse oder bei Flächenanfragen sind die Wirtschaftsförderungen in Neustadt (wirtschaftsfoerderung@neustadt.de), Tirschenreuth (wirtschaftsfoerderung@tirschenreuth.de) und Weiden (wirtschaftsfoerderung@weiden.de) gerne erreichbar.

Das Projekt wird gefördert durch:

Ansprechpartner

Sonja König

Regional­management
Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab

Projektbeiträge

Hier finden Sie die aktuellsten Beiträge über das Projekt Flächenpotentialanalyse